Postsportler als „Stephansjünger“

Ein Begriff, der besonders in der „Frühzeit“ des Post SV Hamburg Verwendung fand, verschwand im Verlaufe der letzten Jahre mehr und mehr aus dem Vokabular – nämlich die Bezeichnung der Postsportler als „Stephansjünger“.

Die Namensherkunft ist zwar nicht gesichert, doch liegt da die Vermutung nahe, dass sich der Begriff der Stephansjünger an Ernst Heinrich von Stephan (1831-1897) anlehnt. Der war nicht nur Generalpostdirektor des Deutschen Reichs und Organisator des deutschen Postwesens, sondern auch Mitbegründer des Weltpostvereins, der bis heute die internationale Zusammenarbeit der Postbehörden regelt.

Horst Riedel
Gehörte in den „Goldenen Zeiten“ Anfang der 1950er zu den „Stephansjüngern“: Abwehrspieler Horst Riedel

Nach ihm wurde auch der Stephansplatz benannt, wo sich bis zur Privatisierung der Post die Oberpostdirektion Hamburg befand. Hier wiederum nutzte der Post-Sportverein viele Jahre die ehemalige Telegraphenhalle als Sportstätte/Sporthalle, die man in den 1950er in den Wintermonaten sogar dem Hamburger SV zur Verfügung stellte.

Bis weit in die 1950er taucht der Begriff im Zusammenhang mit den Mannschaften des Post SV Hamburg immer wieder in der Berichterstattung auf, verschwindet dann – aus welchen Gründen auch immer – jedoch zusehends.
Vermutlich hat man durch die fortschreitende „Öffnung“ des Vereins auch für Nicht-Postler (die allerdings bereits in den 1930er Jahren begonnen hatte) einfach keinen großen Zusammenhang mehr zwischen der Post und dem Post-Sportverein gesehen, so dass die „schreibende Zunft“ die Bezeichnung Stephansjünger wohl irgendwann nicht mehr als „richtig“ empfunden haben dürfte.

„Stephansjünger“ in Zeitungsartikeln:

Zeitungsbericht 15.November 1936
„Stephansjünger“: Zeitungsbericht vom 15.November 1936

 

Zeitungsbericht Oktober 1938
Zeitungsbericht Oktober 1938

 

Zeitungsbericht 25.August 1952
Zeitungsbericht 25.August 1952

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