Post SV insolvent und die Stadt applaudiert?!

Hat die Stadt  – bzw. haben die verantwortlichen Behörden – den Post SV Hamburg „am langen Arm“ verhungern lassen? Wenn man die Umstände der Insolvenz und das aktuelle Treiben auf der Sportanlage am Neusurenland betrachtet, ist dieses jedenfalls der erste Eindruck.
„Der Post SV geht in die Insolvenz und die Stadt applaudiert dazu“, könnte man fast meinen.

Fakt ist, dass die Stadt eine finanzielle Unterstützung für den Verein abgelehnt hatte. Eine Unterstützung, mit welcher der Post SV zumindest die Kosten für den Platzarbeiter minimieren wollte. Was man wissen muss: Der Post SV, gegenüber den Vereinen auf staatlichen Plätzen eh benachteiligt, musste für die Pflege der Anlage selber aufkommen. Während benachbarte Clubs also beispielsweise für Reparaturen oder Platzpflege praktisch nur „mit dem Finger zu schnippen“ brauchten, musste der Post SV die jährlichen Grundsanierungen der Rasenplätze in der Sommerpause, das regelmäßige Mähen sowie natürlich das gesamte „Drumherum“ aus eigenen Mitteln – sprich Mitgliedsbeiträgen – finanzieren.

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Der Post SV war offenbar vielen ein Dorn im Auge.

Die Folgen durch das Nein der Behörden kennen wir. Merkwürdig nun jedoch, dass plötzlich wieder ordentlich Leben auf der Anlage ist. Im behördlichen Auftrage werden beide Fußball-Rasenplätze in schöner Regelmäßigkeit durch einen Gartenbaubetrieb gemäht (Dem Post SV wollte man hier keinerlei Zugeständnisse machen) und Jugendmannschaften der benachbarten Farmsener Sportvereine tummeln sich zum Training auf diesen Plätzen.

Selbst die länger geplanten Bauarbeiten für die BMX-Strecke auf den ehemaligen Tennisplätzen haben nun begonnen (siehe dazu auch den Bericht auf dieser Seite). Zu Zeiten des Post SV waren die Planungen merkwürdigerweise ins Stocken geratenen. Kaum hat man den Verein beerdigt, wird also angepackt. Offenbar gibt es auch kein Wort mehr von den gesundheitsgefährdenden Abfällen, die sich im Erdreich der ehemaligen Mülldeponie befinden (sollen). Ein Schelm, wer Böses denkt…

All das sind wohl nicht nur für mich sehr seltsam anmutende Umstände und irgendwie riecht das alles, um es mal vornehm auszudrücken, verdammt nach Klüngelei. Dem Post SV wollte man zur Rasenpflege keine finanzielle Unterstützung zukommen lassen, nun lässt man – sicherlich deutlich teurer – die Plätze durch eine Firma mähen.
Wer hier auch immer seine Finger im Spiel hatte, hat sicherlich maßgeblichen Anteil daran, dass es den Post SV nicht mehr gibt. Sicherlich, der Verein bzw. seine Verantwortlichen waren nicht frei von Fehlern und haben ohne Zweifel eine Menge verkehrt gemacht. Die Posse um die Anlage hat dem Ganzen jedoch die Krone aufgesetzt und dem Traditionsclub den endgültigen Todesstoss versetzt. Dessen bin ich mir sicher.

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This article has 3 Comments

  1. Hallo Olaf,
    das hast du richtig erkannt und sehr gut artikuliert.
    Ich sehe das genauso,da kommt einem die „Galle“ hoch…

    Ich weiss ja nicht ob man das Thema noch einmal veröffentlichen
    sollte,sofern jemand daran Intresse hat, aber ein Kommentar
    in einem einschlägigen „Amateurblatt“, du weisst schon,wäre schon
    nicht schlecht.

    Vielleicht siehst du da ja eine Möglichkeit.

    Gruß, YOGI

  2. eingetreten April 1951 (Leichtathletik) nach 53 Jahren Mitgliedschaft wegen Zeitmangel ausgetreten. u.a. Hamburger Meister mit der Basketballmannschaft, immer unter den ersten 4-5
    bei der damaligen Alsterstaffel – also ein richtiger Postler. Der ganze Mist ging los als wir die Übungsstätte Forsthof mit den diversen Fussball- und Handballplätzen, die Aschenbahn der Leichtathleten, den Basketballfreiplatz nach Ablauf des Pachtvertrages aufgeben mussten. Da wurden die Mitglieder in alle Winde verstreut, z.B. die Judoka nach Bergedorf, und da fing der Verein schon an zu sterben. Abteilungen schlossen , z.B. Judo mit deutschen Meistern, Damen-Faustball als vielfacher Deutscher Meister, starker Fussball- und Leichtathletikabteilung usw usw. Ich finde, dass man etwas in der Presse lesen sollte, denn wie geht es jetzt mit noch existierenden Abteilungen weiter ? Auf jeden Fall sollte die erwähnte “ Merkwürdigkeit “ mit der jetzigen Platzmeisterei irgendwo Erwähnung finden. Gruss Uwe

  3. Wenn ein Betriebssportverein von seinem Betrieb im Stich gelassen wird…hat die Stadt Schuld??? Wer außer der POST hätte ein Interesse daran haben sollen, dass es in Farmsen bei abnehmender Anzahl an Kindern und Jugendlichen einen weiteren Sportverein gibt, wo genausgenommen schon die beiden anderen, einer zu viel sind?

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